Der mehrsprachige Scout für Unternehmensangebote

Unternehmensnachfolge geplant? Fortführungsplan nicht vergessen!

Unternehmensnachfolge
Unternehmensnachfolge geplant? Fortführungsplan nicht vergessen!

Ein Businessplan ist nicht nur für Gründer ein effizientes Instrument, um die Chancen und Risiken am Markt vor der Unternehmensgründung realistisch einschätzen zu können. Auch bei der Unternehmensnachfolge ist ein Businessplan für Nachfolger - auch Fortführungsplan genannt - Pflicht und spielt beispielsweise im Rahmen einer Wertermittlung eine entscheidende Rolle. Dafür bedarf es einer umfassenden Analyse der IST-Situation, die auf realistischen Daten basiert und gleichzeitig Einblicke in den geplanten SOLL-Zustand des Unternehmens liefert. 

Betriebsübernahme: Businessplan vs. Fortführungsplan

Wer ein bestehendes Unternehmen weiterführen möchte, muss die gleichen Voraussetzungen wie jemand erfüllen, der neu gründet. Während Existenzgründer einen Businessplan schreiben, also ihr geplantes Business analysieren und beschreiben, erstellt ein Nachfolger einen Fortführungsplan. Zwar ähnelt die unternehmerische Planung die einer Neugründung, jedoch gibt es auch wesentliche Unterschiede. So geht es beim Fortführungsplan in erster Linie um die Beschreibung der Geschäftsidee im Zuge der Weiterführung des Unternehmens, während Neugründer ein Unternehmen erst einmal aufbauen müssen. 

Aufbau eines Fortführungsplans 

Ein Fortführungsplan konzentriert sich auf das bereits laufende Geschäft sowie auf bereits vorhandene Mitarbeiter und Lieferanten. Detailliert beschrieben werden sollten außerdem die Markt- und Wettbewerbssituation sowie die Zielgruppe für die bereits bestehende sowie für die zukünftigen Geschäftsfelder. Ebenso sollte die aktuell vorhandene interne Organisation sowie die geplanten Veränderungen im Bestandsunternehmen beschreiben werden. 

Ziel ist es, den IST-Zustand des Unternehmens so detailliert wie möglich zu beschreiben, um den SOLL-Zustand des Unternehmens im Rahmen der Unternehmensfortführung definieren zu können.

Inhalte und spezielle Angaben im Fortführungsplan 

Der Fortführungsplan im Rahmen einer Unternehmensnachfolge muss alle relevanten Informationen zum Geschäftsmodell, zum Markt, zu den Wettbewerbern, zum Marketing und Vertrieb sowie zur Finanzierung enthalten. Die Punkte gleichen im Wesentlichen denen, die in einem Businessplan für Gründer enthalten sein müssen. 

  • Geschäftsmodell und Produkte: Was im Businessplan für Gründer als Geschäftsidee bezeichnet wird, ist bei der Nachfolge bereits vorhanden. Beschrieben wird im Fortführungsplan das Geschäftsmodell sowie die Produkte im IST-Zustand sowie alle voraussichtlichen Änderungen und Ergänzungen. 
  • Profil des Nachfolgers: Nachfolger sollten ihre Qualitäten beschreiben und auf die Qualifikationen eingehen, die es ihnen ermöglicht, erfolgreich ein Unternehmen zu führen. 
  • Markt und Wettbewerb: Hier sollte beschrieben werden, was das Unternehmen im Vergleich zu anderen Wettbewerbern besser macht, was im bestehenden Unternehmen bislang gut lief und wo es Verbesserungspotenziale gibt. Daraus leitet sich anschließend das Konzept zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens nach der Übernahme ab. 
  • Marketing und Vertrieb: In einem bestehenden Unternehmen existieren bereits Strukturen und Kanäle für das Online- und Offline-Marketing. Sollen zusätzliche oder komplett neue Kommunikationskanäle erschlossen werden, werden diese im Punkt „Marketing“ beschrieben. Die Vertriebsziele können beispielsweise gemeinsam mit dem Bestandsinhaber definiert werden. Zusätzlich wird definiert, welche Vertriebswege weiter genutzt und welche neu erschlossen werden sollen.
  • Finanzierung: Besonderes Augenmerk wird auf den Finanzteil im Fortführungsplan gelegt. Eine Kapitalbedarfs-, Liquiditäts- sowie eine Risikoplanung sind ebenso notwendige Bestandteile wie in einem regulären Businessplan. Jedoch werden in einem Fortführungsplan, aufgrund des bereits laufenden Betriebes, noch detaillierte Zahlen und Fakten erwartet, aus denen man klare betriebswirtschaftliche Entwicklungen sowie den Finanzbedarf ableiten kann. Beide Faktoren sind für den finalen Kaufpreis sowie für Investoren bzw. Kapitalgeber entscheidend. 

Angegeben werden sollte außerdem:

  • der Stichtag zur Unternehmensübergabe,
  • der Kaufpreis des Unternehmens,
  • die geplante Rechtsform, mit der das Unternehmen weitergeführt werden soll sowie
  • ein Notfallplan für die Geschäftsführung im Falle von Unfall oder Krankheit des neuen Nachfolgers.

Bei der Finanzplanung sollte zudem eine möglichst genaue Abschätzung des Zeitpunktes erfolgen, bis wann die Amortisierung der Übernahmekosten aus dem laufenden Betrieb erfolgen soll. 

Sie haben Fragen zum Fortführungsplan? Unsere Nachfolgeexperten von Boss Scout beraten Sie gern! 

Jetzt Kontaktieren

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
31 Personen (4.2 von 5):